Und trotzdem irgendwie toll. Jetzt sind wir also in Chile und haben täglich ein komisches Gefühl im Bauch. Haben wir uns richtig entschieden?Sind wir hier sicher? Vorweg, es geht uns gut! Ihr müsst euch also keine Sorgen machen.
So hatte Dania Chile nicht Erinnerung. Sie ist schon ein wenig geknickt, wenn sie täglich die Nachrichten liest und wir die Auswirkungen der Demonstrationen in der Stadt sehen. Wir können die Schäden in der Stadt nicht übersehen. Alles ist beschmiert. Die Ampeln wurden abgeschlagen und überall sehen wir verbrannten Müll oder Überreste von Barrikaden. Wir können die Anspannung in der Stadt fühlen. Und dann passiert es, dass sich Chilenen bei uns entschuldigen – dass wir das miterleben müssen. Das tut mir dann doppelt leid. Wir halten uns hier an eine Grundregel: die Wohnung wird nach 17 Uhr nicht mehr verlassen. Wir hören am Abend zwar immer wieder die Einsatzwagen und Menschen wie sie singen und auf Töpfen rumschlagen, aber Greta gefällt es irgendwie und sie trommelt fleißig auf dem Tisch mit. Wir machen das Beste daraus.
Santiago hat wirklich so schöne Ecken. Herrliche Parks und schöne Cafés, freundliche Menschen. Allerdings ist mir heute ein sehr deutlicher Unterschied zu Mexico City aufgefallen. Wenn ich in D.F. dachte, dass ich auf dem Markt niemals durch die Straßen kommen würde… tja, hat es einfach funktioniert. Die Mexikaner haben uns so freundlich für den Kinderwagen Platz gemacht oder uns Fahrstuhltüren aufgehalten. In Santiago ist das ANDERS! Hier gilt, wer zuerst kommt… und das meine ich so wörtlich. Bestes Beispiel beim Fahrstuhl zur Metro. Fahrstuhl kommt, Tür geht auf und wenn wir dann nicht schnell den Kinderwagen reinschieben, stehen schon acht Chilenen drinnen und sind sich keiner Schuld bewusst. Beim ersten Mal war ich schon ziemlich platt über dieses Verhalten. Und ähnlich ist es auch in der Stadt, da heisst es einfach zuschieben und Augen zu. Offensichtlich gehen die Menschen in Santiago nicht gern Treppen, denn wenn es eine Rampe in ein Geschäft gibt, dann wird sie genutzt. Dann noch das Handy in der Hand. Schwupps, landet man in unserem Kinderwagen. *fg*
Tja, und dann habe ich mich öffentlich auch noch total zum Trottel gemacht. Wir waren Empanadas essen. Stilecht in einem Stehimbiss. Überall Einheimische. Erst fällt Dania beim Bezahlen das Geld auf den Boden und alle umstehenden Chilenen bekommen einen Herzinfarkt vor Schreck. Zum Thema „Wie esse ich eine Empanada?“: Solltet ihr einmal nach Santiago reisen dann merkt euch: BEISSE NIEMALS VON DER MITTE IN DIE EMPANADA. Warum? Die Soße ist kochend heiß. Ich musste diese Erfahrung schmerzhaft machen. Ist die Empanada dann geöffnet, lässt der Profi sie abkühlen. Ich habe allerdings immer wieder versucht etwas abzubeissen und bei 30 Grad Umgebungstemperatur wurde sie nicht kühler. Mensch, ich habe ganz schön geflucht. *ufff* Und dann sah ich wie mehrere ältere Herren mich anschmunzelten und schelmisch lächelten. Wir waren als Touris aufgeflogen. Nun gut, irgendwann hatte ich es dann endlich geschafft. Daheim angekommen, habe ich direkt im Netz geschaut was ich besser machen könnte und bin fündig geworden. Nur totale Trottel beissen mittig in eine Empanada. Egal, nun weiss ich Bescheid. Ach ja, das nur am Rande, Sahnetorten werden hier einfach am Straßenrand verkauft. Ohne Kühlung. Ohne Schutz. Einfach auf einer Pappe… die habe ich dann nicht probiert! Hach, es gäbe noch soviel mehr zu erzählen.
Aber für heute ist Feierabend. Die Mädels schlafen und mir fallen auch die Augen zu. Morgen geht es bei einer Freundin von Dania zum Grillen. Ich bin gespannt auf chilenische Köstlichkeiten.










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