Ontario hat uns super gefallen. Nächstes Ziel war Montreal in Quebec. Laut Lonely Planet solle man von Ottawa einfach direkt durchfahren nach Montreal, es gäbe nichts Spannendes auf dem Weg.
Das haben wir so auch getan. Mit Ankunft in Quebec änderten sich sofort die Straßenschilder. Stop hieß nicht mehr Stop sondern Arrêt. Ok. Damit hätten wir nicht gerechnet. Alles französisch. Tja, und dann ging es los in Montreal. Wir hatten eine Unterkunft mitten in der Stadt… aber keinen Parkplatz. Und, hier wird französisch gefahren und geparkt. Der Vermieter hatte uns zwei Parkplätze genannt. Wer weiß, wie Autos auf einem Schiff für den Export nach Afrika behandelt werden, der hat eine gute Vorstellung von den empfohlenen Parkplätzen. Aber es gab keine Alternative. Überall in den Straßen von Montreal muss gezahlt werden (20 Minuten für 3 Dollar. Bitte einmal auf 3 Tage und 3 Nächte hochrechnen!) Kein großer Supermarkt zum Parken. Und die Parkschilder in der Innenstadt waren trillionenfach unterschiedlich und nicht zu verstehen. Nachdem wir also unser Auto für drei Nächte bei sehr netten Indern geparkt hatten, lagen drei Tage Montreal vor uns.
Leider hat uns Tag 1 dann gleich geerdet. Montreal war schmutzig und die Menschen nehmen kaum Rücksicht auf Kinderwagen. Überall wird gebaut. Oweh, und nun drei Nächte?! Tja, und dann auch immer alles nur auf französisch. Ufff. Ja, es ging auch mit Englisch… fühlte sich aber komisch an. Irgendwie hat das dann dazu geführt, dass wir nicht mehr nach Quebec City wollten. Wir haben zwar noch tolle Ecken in Montreal gefunden wie Vieux Port und die Straße Sainte-Catherine, außerdem noch Eis in einer Fischwaffel und eine Straße mit Hunderttausenden bunten Bällen, die einen Regenbogen darstellen. Aber es stand fest: zurück nach Ontario. Auf zu den Fall Colors.
Unser erster Stop ging dann ins Upper Canada Village. Der Ursprung Kanadas. Dort haben wir uns ein Dorf aus 1860 per Führung angeschaut, denn leider ist bereits Offseason und das Dorf nicht mehr bewohnt. Denn das ist das eigentliche Highlight von dem Dorf: 100 Schauspieler erwecken 1860 zum Leben. Egal, wir fanden es toll… Greta dann eher nicht so. Und als das Dorfschwein Greta auch noch einen tollen Tag wünschte, war es einfach zu viel. Ja, unsere Kleine hat eine kräftige und laute Stimme. Tschüss Upper Village! Geschlafen haben wir dann in einem kleinen Dorf. Unser Glück, am nächsten Tag fand das erste Apfel Festival in diesem Ort, statt. Dania überglücklich: es gab Pancakes. Der Tag hatte also super begonnen.
Mit einem Grinsen im Gesicht meinte Dania dann: „was wir heute machen, das errätst DU nie“. Und sie sollte Recht behalten. Es ging Richtung 1000 Islands, das hatte auch ich bereits mitbekommen. Was dann aber kam, das bringt nur mein Goldstück von Ehefrau. Auf einem Straßenschild stand: BRIDGE TO USA… und dann sagte sie verschmitzt: „bitte dorthin abbiegen“. Ich dachte, die scherzt. Die Staaten waren doch erst für Ende September geplant. Aber sie meinte es ernst. Also Familie Rauer durch den US Zoll. Es war wie ich es aus Filmen kenne. Keine Details, aber am Ende haben uns drei Officers bei der Einreise unterstützt und uns über Schokoriegel aus Kingston aufgeklärt. Toll zu sehen wie Dania richtig aufblüht in solchen Situationen. Stolz bin auf meine Frau. In den Staaten eingereist ging es dann nach Heart Island zum Schloss von Mr Boldt, der aus Rügen stammte und einen Teil seines Schlosses Alster Tower taufte. Tolle Location, tolle Geschichte und eine Hochzeit zum Bestaunen. Es war perfekt. Aber dann sollte es passieren: zurück eingereist in Kanada, brauchten wir noch ein Zimmer.
Blöd ist nur, wenn man kein Internet hat. Also der klassische Weg: Wir hielten einfach einem Motel. Und als Dania wieder rauskam… Entsetzen. Die ganze Region war ausgebucht. Kein Zimmer. Von Kingston bis Brockville. Nichts. Da es schon 18 Uhr war, waren wir auch bereits gut geschafft. Dann sollte es doch ein Zimmer geben… 400 CAD, was 300 EUR sind. Normal sind um die 100 CAD für ein Zimmer. Puh, was sollten wir jetzt nur machen. Es war wirklich alles ausgebucht. Aber ich hatte meinen Joker dabei. Wir wollten gerade weiterfahren und da kam die Hotelangestellte auf uns zu gerannt. Sie hätte ein Zimmer gefunden. Nicht bei ihr im Hotel, aber 20 Minuten entfernt in Brockville. Wir waren so glücklich.
Und warum Brockville klasse war, dazu mehr beim nächsten Mal. Jetzt sind wir angekommen in Kingston und bereiten uns vor die Fall Colors zu erobern.








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