Greta wird groß

Unsere kleine Weltenbummlern wird immer größer. Eigentlich müsste ich über den Tag der Toten etwas schreiben, aber erstmal ist unser kleiner Entdecker dran.

Sitzen ist für Greta kein Problem mehr. Ob sie nun auf dem Rücken liegt, im Kindersitz oder zum Füttern auf unserem Schoß. Und sie will auch nur noch sitzen. Liegen findet Greta total doof. Ich frage mich, ob sie das Krabbeln überspringen wird. Am liebsten steht sie aktuell auf dem Sofa und beobachtet die Straßen Mexikos, oder wie der Profi sagt, D.F. Sie liebt es den Autos zu zusehen und das geht eben am besten im Stand. Wenn sie genug hat, dreht Greta sich auf dem Absatz und „läuft“ an meinen Händen zu Mama. Wahnsinn.

Was mich bzw. uns am meisten beeindruckt, ist, dass Greta uns inzwischen versteht. Ob beim Fingernägel schneiden mit Mama oder dass sie im Kindersitz beim Abschnallen noch warten soll. „Stop “ und „nein“ ist gar kein Problem. Beeindruckender war für mich aber, dass sie auch bereits „lass los“, „gib Papa/Mama…“, „nimm Greta…“ versteht und auch ihre Spielzeuge mit Namen auswendig kennt. Ach ja, ganz wichtig „jetzt wickeln…“ hat Greta verinnerlicht. So früh hatte ich damit nicht gerechnet. High-Five und Ghetto-Faust wird täglich auch fleißig geübt und klappt schon ganz gut. Und seit gestern kann Greta auch auf den Schultern sitzen… ich habe mich noch getraut sie loszulassen (Dania kriegt bei diesem Satz Schnappatmung), aber die Haare greift sie schon sehr kräftig und wenn Papa stehenbleibt, dann wird auf den Kopf gehauen. Essen mag unser kleines Mäusezähnchen sowieso alles. Heute gab es das erste Mal Mango und ich konnte gar nicht schnell genug mit dem Löffel füttern. Und nun ein kleiner Trommelwirbel… Greta hat heute Nacht das erste Mal durchgeschlafen. Ohne Brust und ohne Wachwerden. Um 22:30 Uhr ging es in Bett und um 7 Uhr gingen die Augen wieder auf. Dania und ich waren mehrmals wach und haben uns gewundert, aber Greta hat tief und fest geschlafen. Wow. Hoffentlich bleibt das…! 😉

Jetzt aber zu Mexico City. Die Stadt ist einfach nicht mit einem Wort zu beschreiben. Bei 25 Millionen Einwohnern irgendwie kein Wunder. Was mich heute noch jedes Mal schockiert, wie hier die Autos fahren. Fußgänger sind praktisch Freiwild. Man muss die Ampel ganz genau im Blick haben. Und ich meine die Ampeln des Autoverkehrs. Da kann es nämlich mal passieren, dass die Fußgänger und die Autos gleichzeitig grün haben. Egal, ob mit Kinderwagen auf der Straße oder schon halb über die Straße… die Autos fahren einfach weiter. Das ist echt übel.

Da wären wir dann auch bei dem zweiten Punkt. Die Gehwege in der Stadt. Es geht bergauf und bergab. Mal sind Gehwegplatten verlegt, mal auch nicht und das wechselt alle fünf Meter. Dann gibt es Rampen oder mal nur Treppen, welche überwunden werden müssen. Am besten stellt man sich eine Autorallye vor. Und die Straßen, die sind … nennen wir es, holperig. Bei Tag ist es schon eine Herausforderung, bei Nacht praktisch unmöglich. Dennoch haben wir uns rausgewagt. Und es hat funktioniert. Der Quinny Kinderwagen von Schwiegermama Angelika hat das super mitgemacht. TOP!

Die Stadt selbst wechselt ihr Gesicht von Straße zu Straße. Neubauten wechseln sich ab mit Bauruinen oder einfach normalen Häusern. Die Stromversorgung verläuft überirdisch und an den Strommasten sammeln sich Meter von Kabeln. Einfach nur krass. Aber die Menschen hier, die sind so wunderbar freundlich und kinderlieb. Da kann sich der Hamburger mal eine Scheibe abschneiden. Ob bei der Immigration am Flughafen, wo wir aus der Warteschlange geholt wurde oder auf dem Markt. Uns wird mit dem Kinderwagen überall Platz gemacht und Greta „bewundert“. Wir haben uns sogar entschlossen, dass wir hier nicht kochen werden. Das Essen ist zu lecker und kostet fast gar nichts. Aber jetzt zum Tag der Toten.

Dia de los muertos. Deshalb sind wir überhaupt hier in D.F. Danias Traum, einmal dabei sein. Ihr kennt diesen Tag vielleicht aus dem Disney Film Coco. Eingestimmt haben wir uns auf diesen Tag mit dem Todesbrot mit Asche, eine Art Hefezopf. Sehr lecker. Das wird hier in der ganzen Stadt verkauft wie bei uns das Schmalzgebäck oder Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. In der Stadt waren überall Ofrendas aufgebaut und Danias Strahlen… tja, das konnte man kaum sehen, denn sie ist glücklichst von einem Totenkopf zum nächsten gehüpft. Greta und ich hinterher. Massen von Menschen auf dem Zócalo. Und wie bei Coco, waren viele der Einheimischen bemalt mit Katrinas. Die Gesichter sehen dann aus wie Totenschädel. Toll. Und in dem Gedränge weihen Aztekenpriester die Touris mit Weihrauch. Krass. Inzwischen haben mich die ganzen Menschen auch nicht mehr gestört.

Am Tag der Toten gibt es dann eine riesen Parade in der Innenstadt. Da mussten wir natürlich auch hin. 2500 Tänzer sind verkleidet. Voll ist es wie auf dem Hamburger Alstervergnügen oder dem Oktoberfest in München. Wir hatten super Plätze… nur leider, ja leider war Petrus anderer Meinung. Um 13 Uhr startete die Parade und pünktlichst brach ein Unwetter los. Wir standen zwar geschützt unter einem Baum, aber das hat nicht geholfen. Hinzu kam, dass Greta immer einen kleinen Jungen beim Weinen unterstützen wollte. Tja, insgesamt bestand der Marsch aus 18 Tänzergruppen, davon haben wir 2 gesehen. Was soll’s, wir waren dabei. Wir mussten mit Greta ins Trockene und weg von dem weinenden Jungen. Also ab nach Hause… und so schnell wie das Unwetter kam, so war es um 13:30 Uhr auch schon wieder durch. Theoretisch hätten wir uns nun die Parade noch am Zocalo anschauen können, aber wir waren froh daheim zu sein und haben es uns auf dem Sofa bequem gemacht.

Ich bin auf jeden Fall mega stolz auf mich, dass ich mich auf das Abenteuer eingelassen habe. Ich hätte wirklich etwas verpasst. Tja, und Greta die hat ihre Liebe zu Löffeln vertieft. Egal wo wir sind, ein Löffel und sie ist glücklich. Inzwischen kann ich sogar auf Spanisch einen Löffel bestellen. Und meiner Frau muss ich hier auch danken, dass sie soviel Geduld mit mir hat. Mich stresst eine fremde Umgebung schon sehr, aber sie findet immer die richtigen Worte, um uns Mut zu machen. Hoffentlich bekommen wir Greta auch so gut hin! Dank an Angelika und Wilhelm! =)

Und nun möchtet ihr sicherlich alle wissen wohin es uns nun treibt. Einige können es sich denken. Omas und Opas fest angeschnallt… wir fliegen nach Chile. Und ja, wir sind uns der Situation dort bewusst. Dania hat aber ihre alten Freunde kontaktiert und wir haben ein tolles Airbnb für uns gefunden. Erstmal werden wir 10 Tage in Santiago verweilen und später weiter nach Punta Arenas fliegen. Das wird sicherlich nochmal sehr aufregend für uns und insbesondere mich. Greta kommt da eher nach ihrer Mutter… wenn es in Chile Löffel gibt.


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