Wir ziehen weiter

Heute haben wir uns entschieden Punta Arenas zu verlassen. Die Zeit ist so schnell hier vergangen. Wir wurden von Freunden aufgenommen als wären wir ein Teil der Familie. Aber nun muss es weitergehen.

Wir haben in Punta Arenas aber auch neue Freunde gefunden. Gewohnt haben wir bei Judith und Esteban. Dort haben wir Rodo und Dani kennengelernt. Alle hatten Greta sofort in ihr Herz geschlossen. Wir fühlten uns nie irgendwie fremd. Danke. Und wir haben einen neuen Verwandten. Alejo. Sollte Greta mal in in die Antarktis wollen, er ist ihr Mann.

Die Stadt selbst hat leider unter den Protesten schon sehr gelitten. Die Türen sind vernagelt, Fenster mit Blech geschützt und überall finden sich Protestgraffitis auf den Wänden. Das ist wirklich sehr schade und irgendwie beklemmend. Das hat uns aber nicht aufgehalten. Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher. Mit Greta finden wir sowieso überall Freunde. Und auch das Wetter hat super mitgespielt. Das hätte ich persönlich gar nicht erwartet. Erwartet hatte ich Sturm, aber es gab Sonne ohne Ende. Toll.

Da wir hier kein Auto haben, sind wir mit dem Taxi nach Fuerte Bulnes gefahren… der Wiege von Punta Arenas. Es handelt sich um das erste Fort, welches wieder neu auf gebaut wurde. Geschichte zum Anfassen! Ich mag das. Greta hat den Moment genutzt und wurde an der Magellanstraße gefüttert. Welches Baby kann das schon mit 7 Monaten von sich sagen? Zurück ging es dann auch wieder mit dem Taxi, aber Greta wollte das nicht. Nach dieser einstündigen Fahrt waren wir alle ganz fertig, nur der Fahrer nicht. 4 Kinder und 6 Enkel hätte er… da kennt man das. Tja, wir als Eltern müssen auch erst mit Greta wachsen. Das ist nicht immer einfach. Aber wir sind schon verdammt gut darin. An alle Eltern da draußen, ja es wird der Moment kommen: „Was soll ich nur machen?“, „Was kann ich noch tun?“. Nicht verzweifeln, alle Eltern haben diese Momente gehabt. Je entspannter die Eltern miteinander, um so besser für die Kleine.

Unsere Kleine zeigt immer deutlicher was sie will. Da wird schon mal selbstständig das Lätzchen wieder angelegt. Tja, da dachte ich sie sei satt. Von wegen. Greta isst inzwischen eigentlich alles. Ob frische Avocado oder Banane. Nichts lässt sie sich entgehen. Dabei hat sie praktisch von selbst auf die Brust verzichtet. Morgens und mittags gibt es Brei und Obst. Nur in der Nacht fordert sie noch die Brust. Das ist natürlich für uns verdammt cool. So kann auch ich einfach mit Greta losmarschieren. Vielleicht erübrigt sich das mit der Nacht ja auch von allein. Mal schauen… und auch ihr erstes Barbecue hatte unser Mäusezähnchen in Patagonien. Ganz anders als bei uns. Man steht in großer Gruppe um den Grillmeister. Ist nah beieinander. Fleisch wird am ganzen Stück gegrillt und in mundgerechten Stücken serviert. Hat mir gefallen. Von Rodo wurde ich direkt im Weinschlauchtrinken herausgefordert. Ziel ist es, dass ich den Weinschlauch möglichst weit von meinem Mund entferne und mich nicht vollplörre dabei. Seht selbst. Naturtalent würde ich sagen.

Und jetzt ziehen wir weiter nach Puerto Natales. Auf zum Nationalpark Torres del Paine. Dafür haben wir heute ein Auto gemietet. Ein echter Schnapper. Dank Danias Freundin Marisol. Wer ist das schon wieder? Bei Marisol hat Dania damals vor 13 Jahren gearbeitet. Aber es fühlte sich für mich so an als hätten sie sich erst gestern gesehen. Gefühlt wurden die letzten Jahre auf Spanisch innerhalb von einer Stunde aufgeholt. Ich konnte dem bereits ganz ordentlich folgen. Mein Spanisch wird täglich besser.

Und bevor ich euch verrate wohin es geht, wenn wir Chile verlassen, eine letzte Info. Dania hat Land gekauft in Punta Arenas. Da schaut ihr blöd aus der Wäsche… ich auch. In Chile gibt es nämlich das Sprichwort „wenn man in einer Straße fällt und sich das Knie aufschlägt, hat man die Straße gekauft“. Und tja, Dania fiel und besitzt nun Land in ihrem Punta Arenas.

Unser nächstes Reiseziel war nicht einfach zu finden. Wir wollten den Flug kurz halten. Aber eine Pazifiküberquerung dauert. Egal wieviel Stunden wir vor der Weltkarte verbracht haben. Ein langer Flug steht an… und… ja… es wird Melbourne. Australien wir kommen!!


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