Wir reiten die Welle

Eigentlich sind wir in Nagano, um die Snow Monkeys zu besuchen. Dania hatte gestern allerdings ein ganz besonderes Juwel für uns ausgegraben: Obuse. Und ja, es wird mit hartem S und nicht wie bei „Busen“ mit weichem S gesprochen. Ich hatte den Namen bisher nicht gehört. Aber Hokusai – das sagte mir etwas. Tja, und wer war in Obuse, hat dort gemalt, und warum gibt es dort also ein Hokusai-Museum? Genau, der Künstler Hokusai. YES!

Ihr fragt euch, wer das ist? Ihr kennt ihn alle – JEDER kennt ihn. Er ist der Schöpfer der Welle. Dania musste mich gar nicht lange überzeugen. Let’s go!

Dass es 45 Minuten mit der Bahn dauern sollte, war mir egal. Greta auch, denn Dania meinte, in Hamburg springt dann ein Hokusai-Buch für sie dabei heraus. Greta war also auch hooked. Nachdem wir die passende Bahn gefunden hatten und in Obuse angekommen waren, wollten Dania und ich direkt zum Museum. Denn es war bereits nach 12 Uhr. Greta sah das anders – weil es einen so großartigen Spielplatz gab. Und so war Dania auf dem Spielplatz, und ich habe etwas zu essen gesucht.

Was findet man in einer Stadt, deren Spezialitäten Äpfel und Maronen sind? Genau. Obuse übrigens ist wie ein Dorf im Alten Land – überall Baum an Baum und mittendrin ein Dorf. Wir haben uns dann die lokale Spezialität Oyaki schmecken lassen. Greta fand es so lecker, dass sie direkt noch einen Oyaki haben wollte.

Was soll ich sagen – das Museum war eher klein. Dania und ich hatten die ganze Zeit Sorge, dass wir nicht genug Zeit einplanen würden, aber total unbegründet. DAS Museum war wirklich klein. Aber: Die Welle war zu sehen! Die gehört übrigens zu einer Serie namens 36 Ansichten des Berges Fuji. Wobei es sich aber um einen Druck handelt. WOW. Was für ein Moment, einen Originaldruck davon zu sehen – und das Verfahren erklärt zu bekommen! Ich dachte immer, die Welle sei gemalt und ein Bild. Pustekuchen. Wer mehr wissen will… lest selber nach. 😉

Ich bin auf jeden Fall stark beeindruckt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Kunst nur zu uns gekommen ist, weil Japan zwangsweise Europa gegenüber geöffnet wurde – und dann wiederum europäische Maler wie Monet und Van Gogh beeinflusst hat. Als Hokusai mit 90 Jahren auf dem Sterbebett lag, soll er um weitere fünf Jahre gebeten haben… Erst dann, meinte er, sei er ein passabler Maler. Ein wirklich beeindruckender Künstler.

Heute war dann Nagano dran – wir haben einfach einen schönen Tag hier verbracht. Gestartet mit Stickern und Malen am Küchentisch, sind wir dann durch die Stadt getigert und haben den Spirit von Nagano aufgesogen. Greta hat direkt wieder eine neue Freundin auf dem Spielplatz am Central Square gefunden. Oder besser gesagt: wurde gefunden. Miyu. Miyu war bestimmt erst vier, aber das hat die beiden nicht gestört. Was haben die gelacht und sich in den Armen gelegen. Genau das sind diese Momente…!

Da das Rumtigern bekanntlich hungrig macht, sind wir dann in ein Restaurant gegangen – und das hatte es in sich. In Nagano wird eher nur Japanisch gesprochen, aber mit Händen und Zeigen haben wir wunderbestes Essen bestellt. Danias Ramen war so lecker. Dieser vollkommene Geschmack! Ich war mega glücklich mit meinem Chasu Don. YES. Das war japanisches Essen, wie wir es uns vorgestellt haben.

Frisch gestärkt ging es dann zu einem Tempel. Btw: Habe ich erwähnt, dass wir aktuell genau neben einem Schrein wohnen? Der Tempel war okay, aber richtig spannend war der „Dialog im Dunkeln“ – ein Gang unter dem Tempel, in dem es keinen Fitzel Licht gab. Ein Mönch sagte uns vorher, dass wir immer mit der rechten Hand an der Wand entlangfahren sollten (und bloß nicht loslassen!!!), dann würden wir den „Key to Paradise“ finden, etwa auf Hüfthöhe. Jap, haben wir geschafft und können nun auf eine positive Zukunft hoffen. Auf Miyajima waren wir schon mal in so einem Gang. Es war wirklich stockdunkel.

Und weil so viel Sightseeing hungrig macht, mussten wir natürlich nochmal in ein Restaurant. Dania hatte sich das für heute gewünscht. Also sind wir in ein Restaurant gegangen, bei dem wir von außen nicht wussten, was es geben würde – aber wir sind mutig reingestolpert und wurden vom gesamten Personal (alle immer gleichzeitig!) mit einem lauten „Konnichiwa!“ begrüßt. Das wiederholte sich übrigens den ganzen Abend lang – immer, wenn neue Gäste kamen. Ich fühlte mich angekommen. Ja, wir sind in Japan. Im echten Japan. Nur wir und die Japaner.

Jede Bestellung wurde von der gesamten Crew lautstark kommentiert, wir haben uns gefreut und gelacht – aber kein Wort verstanden. Was gab es zu essen? Hähnchenhaut am Spieß, Edamame, Reis, Kartoffelsalat und – der Grund für mich – Karaage-Chicken. Verdammt, war das lecker! Und der Laden ist direkt gegenüber… Ich könnte direkt wieder vorbeischauen. Danke, Dania, dass du darauf bestanden hast, essen zu gehen.

Morgen geht es dann zu den Snow Monkeys. Das wird kalt!


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