Holy Guacamoly – Crazy Hoi An

Jetzt sind wir also in Hoi An. Ich versuche immer, keine Erwartungen zu haben – daran arbeite ich wirklich jeden Tag –, aber ich hatte ein wenig Hoffnung in Hoi An gesetzt: weniger laut, weniger touristisch. UND ich hatte mich vorher auch nicht mit Hoi An beschäftigt. Dania hat die drei Orte vorgeschlagen, und für mich war das okay. Wie es fast immer okay ist, denn ich kenne die Orte ja nicht – und es gibt immer etwas zu entdecken.

Kurze Rückblende:

An unserem letzten Tag in Da Nang haben wir uns alle drei dann doch noch einen richtigen Sonnenbrand geholt. Dabei waren wir mit SPF 90 eingecremt und na ja, es hat uns wirklich erwischt. Dania hat es am schlimmsten getroffen, aber nun ja … nun weiß Greta auch, was ein Sonnenbrand ist. Jetzt laufen wir wie die Einheimischen herum, das heißt: lange Ärmel und lange Hosen. Dazu Sonnencreme und Kopfbedeckung. Dabei waren wir wirklich nur zwei Stunden am Strand, aber die haben gereicht – an dem Tag war die Sonne also extrem stark.

Dania und mich hat das dazu bewogen, dass wir nun die Mittagszeit drinnen verbringen. Hier in Hoi An ist es nämlich HOT: 35 Grad. Da können wir echt nur früh morgens raus und dann wieder ab 15 Uhr. Und selbst dann ist es noch warm.

Hoi An selbst habe ich mir ganz anders vorgestellt.

Die Unterkunft ist wieder mal super – wir haben angenehme Betten und einen Balkon mit Blick auf ein katholisches Kloster, ruhig in einer Seitenstraße.

Tja, ruhig war dann gestern Abend auch relativ. Als wir von unserem Bummel durch die Old Town zurückkamen, war es sehr laut – direkt vor unserer Tür. Die Nachbarn feierten eine Party, und danach gab es Karaoke. Wow. Das war wirklich krass. Aber irgendwie war es auch lustig: Dania und ich saßen auf dem Balkon, haben Pho gegessen und dem Treiben zugehört. Unterhalten war eher schwer – dafür kennen wir jetzt einige vietnamesische Hits.

Aber kommen wir zur Old Town.

Die Stadt mag alt sein, aber es reiht sich ein Café an den nächsten Krämerladen. Fahrradrikschas fahren durch die Straßen und klingeln, indem sie einfach laut rufen. Die Stadt ertrinkt in Touristen. Und wenn es kein Café ist, dann ist es ein Spa oder ein Schneider. Oder irgendwas mit Laternen …

Ihr merkt, ich bin nicht so angetan.

Aber ich habe mich davon nicht beeindrucken lassen.

Montreal fand ich am ersten Tag auch echt übel. Der zweite Tag war dann ganz anders – und hier war es heute auch so.

Wir sind heute früh los, kurz vor acht aus dem Haus. Es war ein ganz anderes Feeling. Wir haben andere Wege genommen und Greta mit einem Spielplatz direkt am Fluss überrascht.

Ja, und dann waren auch wir in einem Café und haben einfach gechillt und geschaut, wie es minütlich mehr Touristen wurden.

Wir hatten schon am Spielplatz die Reisebusse gezählt – und die Massen von Menschen. Und in dem Moment war es auch mit der Ruhe vorbei.

Mopeds mit landestypischen Hüten hielten direkt vor den Gruppen und versuchten, etwas zu verkaufen.

Dazu kommen die Obstverkäuferinnen, die wie der Hamburger Wasserträger durch die Straßen laufen und immer „One photo, one photo“ rufen.

Dafür wollen sie natürlich Geld. Aber ein freundliches „Nein, danke. Tschüss“ auf Vietnamesisch wirkt wahre Wunder – und zaubert auch bei diesen Frauen ein Lächeln ins Gesicht.

Und während ich diese Zeilen hier schreibe, hat es gerade geregnet – und Greta schläft selig. Denn am Abend war am Fluss, wo wir Laternen anschauen wollten, eine riesige Hüpfburg aufgebaut.

Greta war all-in.

Bei noch knapp 28 Grad ist sie gehüpft und gesprungen. Sie war so glücklich.

Zuhause angekommen gab es noch ein Brot mit Thunfisch – und dann war sie praktisch schon im Bett. Aber nicht ohne den folgenden Kommentar von ihr:

„Wenn ihr wollt, dass ich immer so ins Bett falle – morgens Spielplatz und abends Hüpfburg ist super dafür.“

Hach, ich liebe sie dafür einfach.

Ich bin heute irgendwie angekommen in Hoi An. Wenn ich abends das Essen hole, stehe ich an Streetfood-Ständen, wo ich kein Wort verstehe und immer freundlich begrüßt werde. Ich überquere Straßen, wo es eigentlich keine Möglichkeit gibt, und bin jedes Mal wieder verwundert, dass es funktioniert.

Dass die Dusche in unserem Homestay nicht immer warm ist, stört mich da auch nicht mehr.

Morgen hat uns Dania eine Flussfahrt mit einer Nussschale organisiert.

Um 7:30 Uhr werden wir abgeholt. Ich bin gespannt, was das wird.

PS: Ich weiß schon jetzt – das Essen hier werde ich vermissen. Leute: Bánh mì, Phở und Cao lầu. Einfach so saulecker.


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