Was für ein Tag ist das heute? Ich bin aufgestanden mit dem Gedanken: Was könnten wir heute nur noch in Hoi An erleben? Wir haben doch alles bereits gesehen. Ich war echt ein wenig genervt. Auch diese hohe UV-Strahlung macht mir zu schaffen. Im Zimmer von 10 bis 15 Uhr zu verweilen ist keine Option. Es war wirklich eine gute Entscheidung, dass wir hier länger als eine Woche bleiben, um Hoi An in uns aufzusaugen.
Natürlich haben wir ein paar touristische Dinge unternommen in den letzten Tagen. Wir waren in einem Kokosnusspalmenwald und sind mit einem Basketboat durch die Kanäle geschippert. Das war nett. Greta hat es gefallen. Am Ende der Fahrt bekam sie noch eine kleine Angel mit einer Garnele, um Krebse zu angeln. Zuvor durfte sie im Boot mitrudern. Wie stolz sie war – mit ihrem vietnamesischen Hut und dem Paddel. Nach der Fahrt haben wir erst mal am Steg verweilt und eine leckere Kokosnuss getrunken. Ich muss sagen: Ich dachte immer, Kokosnuss ist nix für mich. Aber hier in Vietnam, frisch vom Baum – einfach lecker.
Und irgendwie sind wir hier total in das Familienleben integriert worden. Frühstück holen wir uns von den Nachbarn – Nudelsuppe. Sehr gut. Dann waren wir bei der Schwester zum Essen eingeladen. Es gab Fisch, Rippchen, Kürbisbrei, eine saure Suppe, kleine Mini-Tintenfische und Reis. Dazu gab es dann die Blätter vom Kürbis. Die Blätter? Die haben wir früher immer entsorgt. Und vielleicht ist es genau das, was dazu führt, dass wir so gut mit den Menschen hier auskommen. Wir haben erzählt, dass wir auch „Farmer“ sind – also ein Feld haben und Gemüse anbauen. Das fanden sie richtig toll.
Tja, und während ich diesen Text schreibe, ist Greta mit Dania und der Nachbarin von gegenüber im Funnyland – einem Spielplatz für Kinder. Dort waren sie vorgestern schon, und Greta hat es geliebt. Dania nicht ganz so sehr, denn es gibt dort keine Aircondition. Naja. Ich sitze auf unserem Balkon – da ist es auch nicht kälter. Aktuell, um 18 Uhr, sind es 28 Grad. Das ist schon angenehm kühl. Greta hat heute das erste Mal vietnamesisch mit der Großmutter von nebenan gesprochen: „Xin Chào“, was so viel wie HALLO heißt. Ja, irgendwie wird es langsam was mit Vietnam. Das könnt ihr auch erkennen am Bild mit dem Roller. Zu viert ging es auf dem Roller zum Spielplatz. Uff. Der Junge vorn sass einfach auf einem Hochsitz.
Nun aber zurück zur Überschrift, und dann ist auch gut für heute. Dania war fest der Meinung, dass sie dieses Land nicht ohne einen neuen Rock verlassen könne. Also waren wir gestern Röcke anschauen und kaufen. Jeder hat einen bekommen – ich ging wieder leer aus. Kenne ich ja bereits, ist aber auch okay für mich. Für unseren gestrigen Abendspaziergang durch die Stadt, mit anschließender Bootsfahrt in der Altstadt mit den Laternenbooten, sollten natürlich gleich die neuen Röcke ausgeführt werden. Die Bootsfahrt war wunderbar.
Aber auf dem Weg nach Hause dachte ich bei einem Foto: Was klebt denn da an Danias Rock? Eine kleine Fledermaus? Nein – es war tatsächlich ein faustgroßes Loch. Und es war nicht nur ein Loch. Uff. Blöd. Dann wurde Dania auch noch von Vietnamesen angesprochen, dass ihr Rock wohl kaputt sei. Mein Schatz war schon ziemlich geknickt. Und so sind wir selbstverständlich zum Geschäft zurück, und die Verkäuferin hat sich vielmals entschuldigt – Dania durfte sich einen neuen Rock aussuchen. Der Abend war für mich gerettet.
Tja, blöd nur, dass unsere Herbergsmutter heute meinte: viel zu teuer – warum wir nicht auf dem Hoi An Market gewesen wären. Da sollten wir in die zweite Etage gehen, denn dort kaufen die Locals. Ein Rock kostet da nur 250.000 VND. Da leuchteten Danias Augen. Das sind nämlich nur 8,50 EUR. Ich warf also meinen Kindle in den Rucksack, und auf ging’s zum Markt. Yes Baby, das hatte ich gesucht! Dieser Markt war unglaublich. Überall alte Frauen, die ihr Obst, Gemüse und Fleisch anboten – mit ihren tollen Hüten. Die Sprache, die Gerüche – wow. Und was soll ich sagen: Wir sind fündig geworden. Drei neue Röcke.
Problem an der Sache ist nur: Hier in diesem Land muss man handeln – immer! Außer im Restaurant. Aber an den Straßenständen und eben in Geschäften sowieso. Und nachdem ich mein Verhandlungsgeschick gestern auf dem Night Market unter Beweis gestellt hatte (Greta wünschte sich dort eine Ploppie-Kuromi – na, wer findet sie auf den Bildern?), und wir tatsächlich eine gefunden haben… Der Verkäufer wollte 120.000 VND und ich habe auf 85.000 VND runtergehandelt. Gruß an meine Familie – das Verhandeln auf diversen Flohmärkten hat hier gut geholfen.
Somit durfte ich also auch bei den Röcken mein Talent beweisen. Tja, was soll ich sagen – statt 960.000 VND haben wir nur 650.000 VND bezahlt. Ich kann es einfach. Und die gesparten 300k haben wir dann direkt im Restaurant am Fluss ausgegeben. Was für ein Gefühl! Noch nie war es so einfach, 1.000.000 auszugeben. 😉 Was übrigens 34 EUR sind – und damit gut zeigt: Ja, Vietnam ist verdammt günstig. Das Restaurant war der perfekte Abschluss vom Kauf der Röcke. Mein Cao Lau war einfach so lecker. Wir hatten einfach einen perfekten Moment.
PS. Gestern konnte ich nicht anders. Liebes Omiros-Team, seid mir nicht böse – aber ich habe hier beim abendlichen Essenholen einen Griechen entdeckt. Somit gab es gestern also Gyros mit French Fries, griechischem Salat, Pita und Tzatziki. Sehr lecker.
PPS. Der Osterhase hat Greta natürlich auch hier gefunden. 🐰
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