Wir sind in Hué viel unterwegs und haben immer tolle Gespräche. Eine der häufigsten Fragen ist: „Wie lange seid ihr hier?“ Wenn wir dann antworten, dass wir sieben Tage bleiben, sind viele erst mal überrascht. Dann kommt die Frage: „Warum?“, denn das sei doch ganz schön lang. Ich finde das persönlich ziemlich amüsant – vor allem, wenn dir das ein Einheimischer sagt. Ich kann nur sagen: Sieben Tage sind zum Erleben eigentlich zu kurz.
Wir machen keinen Urlaub, sondern sind Reisende. Das ist ein großer Unterschied. Wenn ich höre, dass viele Touristen nur einen Tag bleiben … unverständlich. Greta ist in unserem Viertel inzwischen bekannt wie ein bunter Hund.
Ich könnte jetzt aufzählen, was wir alles angeschaut haben und wie beeindruckend die Königsgräber sind – will ich aber nicht. Ich möchte lieber von unserem Bánh-Mì-Stand direkt vor der Tür erzählen. Vor unserer Unterkunft sitzt jeden Morgen eine alte Frau. Sie ist 75 Jahre alt und bleibt meist bis etwa 10 Uhr dort. Die ersten Tage habe ich sie kaum wahrgenommen. Tja, und dann hat es irgendwann gefunkt. Ich hatte bei ihr unser Frühstück bestellt: drei Bánh Mì mit Ei und Gurke – und plötzlich saß Greta bei ihr. Und was hatten die für einen Spaß! Dann kam die Nachbarin dazu, dann die Fleischverkäuferin und schließlich die Frau vom Restaurant vom Abend zuvor.
Das ist nun ein festes Ritual bei uns geworden: morgens Bánh Mì mit Ei, danach Tratschen mit den Nachbarn. Wobei – die Nachbarn quatschen, und wir verstehen kein Wort. Spaß macht es trotzdem. Greta bekommt zwischendurch einfach mal ein Brot geschenkt oder – wie heute früh – zwei leckere, gekochte Maiskolben. Der Mais schmeckte ganz anders, irgendwie buttrig.
Ich werde Vietnam vermissen. Diese ganzen Motorbikes. Wie man hier die Straße überquert. Dass „nicht scharf“ beim Essen trotzdem scharf sein kann. Wie nett die Leute hier sind. Wie lecker der Cà Phê Sữa ist. Wie sehr Greta Salt Coffee liebt und alles probieren will. Die Spielplätze für Kinder bei Nacht. Wie der Tag hier morgens um 4 Uhr beginnt, zur Mittagszeit wie ausgestorben ist (außer bei den Touris), und wie das Leben ab 16 Uhr wieder Fahrt aufnimmt. Die Xích Lô-Fahrer, die ständig fragen, ob sie einen mitnehmen sollen.
Greta wurde mehrfach eingeladen, wiederzukommen. Ich denke, Hanoi und Saigon würde ich auch gern noch einmal sehen – vielleicht mit ein paar mehr Vietnamesisch-Kenntnissen.
Und ja: Es ist warm hier!
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