Diese Weltreise bewegt mich innerlich

Während ich diesen Text hier schreibe, höre ich Anouk – Graduated Fool. Zwei Sätze sind mir heute immer wieder durch den Kopf gegangen – und wer meinen Kopf kennt, der weiß: Ich war gut beschäftigt. Der erste Satz kam von unserem Grab-Fahrer gestern, der uns vom Flughafen zu unserem Apartment in Kuala Lumpur gefahren hat. Er fragte Dania, ob sie „Energy“ für ihr Handy brauche – denn: „Mobile phones mean life.“

Wow. Dieser Satz hat mich innerlich wirklich abgeholt. Ja, er hat recht. Das Handy ermöglicht uns zu reisen – mal eben eine Unterkunft buchen oder ein Taxi bestellen. Sich informieren. Sich über Google Übersetzer mit Einheimischen unterhalten … Aber es nimmt mir persönlich auch viel zu viel Zeit. Ich muss dann immer an die Zeitdiebe denken – diese grauen Männer in Anzügen aus Momo.

Und klar, ich möchte auch tolle Bilder von uns machen, besonders von Greta, aber es fällt mir in letzter Zeit immer schwerer, die Reise wirklich zu genießen. Gut, dass wir Dania dabeihaben.

Der zweite Satz kam heute von Greta nach dem Frühstück: „Schade, dass wir nicht reich sind.“ Wo kommt so etwas her, frage ich mich. Geld war bei uns eigentlich nie ein Thema. Dania hat sofort reagiert und gesagt: „Greta, wir machen eine Weltreise! Das können nicht alle.“ Greta antwortete: „Wisst ihr noch, der Mann gestern mit den vier Kindern? Der ist Business Class geflogen. Ich wünschte, ich könnte das auch mal. Der war doch reich!“

Interessant. Wir hatten am Flughafen kurz gemeint, dass der Mann mit den vier Kindern und einer Nanny wohl reich sein müsse – und deswegen Business Class fliege. Das hat Greta direkt aufgenommen.

Es ging also gar nicht explizit ums „Reichsein“, sondern nur um den Wunsch, mal etwas anderes auszuprobieren.

Und das zeigt mir wieder, wie stark ich als Vater auf Greta einwirke.

Mein Fazit heute:

Greta noch mehr Flügel verleihen. Noch mehr über sich hinauswachsen.

Kinder haben es einfach verdient. Unsere zweite Weltreise ist so anders als die erste – und ich möchte bisher keinen einzigen Tag missen. Und weil wir gerade bei Kindern sind, noch eine kleine Anekdote aus Vietnam: An unserem letzten Tag waren wir in einem Highlands Coffee am Parfümfluss. Wir tranken Kaffee, die Mädels hatten einen Mulberry Iced Juice. Gerade als wir unsere Getränke bekommen hatten, stand ein vietnamesisches Mädchen mit einem Handy bei uns am Tisch – und auf dem Display stand für Greta:

„Do you want to go outside with me and play?“

Ich war innerlich so glücklich. Denn Gretas größtes Glück sind andere Kinder. Greta war sofort all-in. Ich dachte nur: „Mist, der Kaffee ist doch gerade gekommen! Und die Eiswürfel schmelzen!“ – denn ich konnte Greta ja nicht allein gehen lassen. Und so waren wir – Rita, Greta und ich – am Parfümfluss rennen, das Handy immer dabei.

Irgendwann kam auch Ritas Vater dazu, und wir saßen einfach zusammen auf der Promenade. YouTube lief auf dem Handy. Erst sang Rita ein Lied für uns, danach Greta und ich „Let it go“ aus Die Eiskönigin. Zum Abschluss gab’s noch ein Eis.

Die kleine Rita, übrigens 9 Jahre alt, hat uns gezeigt, wie es geht:

Wenn du mit jemandem etwas machen willst – sprich ihn einfach an. Der Rest ergibt sich.

In den letzten Stunden in Hué hatte ich mich ein wenig über Malaysia informiert – über mögliche Scams, worauf man achten muss. Das Bild, das ich bekam, war nicht gerade positiv. Ich versuchte, mir keine Sorgen zu machen, aber gestern war das echt schwierig.

Und heute? Alles wie weggeblasen. Ich fasse es mal mit Gretas Worten zusammen: „Ich mag es hier irgendwie mehr als in Vietnam.“ Das mag am gigantischen Spielplatz oder dem Kinderpool bei den Petronas Towers liegen – aber ja, ich verstehe sie. Kuala Lumpur fühlt sich städtischer an, es gibt kaum Motorbikes, und das Klima ist angenehmer. Unser erster Tag war jedenfalls ein voller Erfolg: Morgens in die Petronas Towers gestolpert, im Aquarium Haie und Rochen gestreichelt, ein Gewitter im Parkview Café ausgesessen.

Dania und ich waren ein bisschen traurig, dass wir nicht bei Sebastian und Iris sein konnten – aber that’s life. Und irgendwie waren wir doch dabei: Dania hatte extra ein Video für die beiden aufgenommen. Ja, das Handy hilft dann doch oft weiter.

Gretas Highlight heute? Wahrscheinlich der Pool im 47. Stock – wobei auch der Spielplatz oder der Kinderpool ganz oben auf ihrer Liste stehen dürften.

Und mit Athlete und dem Song „Chances“ lasse ich diesen Text für heute ausklingen.


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