Ich schreibe diese Zeilen und bin wirklich aufgeregt, was das morgen für ein Tag werden wird. Morgen wollen wir raus aufs Meer und die Walhaie besuchen. Ich werde mit ihnen tauchen, und Dania ist mit Greta als Zuschauerin auf dem Schiff dabei. Dania hatte die Tour ja vorab gebucht, aber der Laden hier in Exmouth ist schon ein wenig skurril. Dania war auch fest überzeugt: Das war nicht das Geschäft, in dem sie das Tauchen gelernt hat. Der Laden ist eine Mischung aus Haushaltswaren und Dekoartikeln – mittendrin findet man dann auch etwas zum Tauchen. Naja. Allerdings war das gestern dann doch alles irgendwie nebensächlich.
Beim Frühstück merkte ich, dass mit Dania etwas nicht stimmt. Tja, und ich hatte recht: Bei ihr war ein (großes!) Stück vom Backenzahn abgebrochen. Arme Dania. Da half aber nun alles nichts – auf zum Zahnarzt. Dania war nicht sehr glücklich darüber, und Greta verstand das Problem auch nicht. Zahnarzt wäre doch supertoll und spaßig. Schön. Greta und ich sind also zum Coffee Van und haben uns einen Flat White und einen Babychino Choc mit Marshmallow geholt. Zum Glück hat Dania direkt am selben Tag einen Termin bekommen – Glückskind wie immer. Und jetzt der Bogen zum Anfang: Der Zahnarzt hat Dania dann bestätigt, dass Exmouth Diving vorher an einer anderen Stelle ansässig war. Tja. Ich hatte es ja schon vorher gesagt. Also: Morgen um 5:30 Uhr aufstehen, und um 7 Uhr werden wir abgeholt.
Ansonsten muss ich sagen: Exmouth kann nicht viel. Sorry. Aber eine richtige Stadt ist das nicht. Ein netter Ort, ja – aber eben nicht mehr. Und seit heute weiß ich auch: Der Ort wurde 1963 vom US-Militär im Rahmen des Kalten Krieges gegründet. Walhaie waren nie der Grund. Merkt man irgendwie auch. Die Spielplätze sind Murks. Der Campground ist so lala. Da haben wir auf der Reise schon deutlich schönere gehabt. Aber wir sind nun mal fünf Tage hier und genießen das Reisen – Dania auch mit ihrem neuen Backenzahn. Sie hat voller Begeisterung von der Behandlung erzählt, ich war praktisch live dabei. 😉
Wir werden auch täglich besser als Camper. Heute haben wir standesgemäß mit dem Barbecue gegrillt. Es gab ganz viel Gemüse und Karbonade. Wir waren mitten im Camperleben. Greta hat den Tisch gedeckt, ich stand am Grill, und Dania hat im Camper die Kartoffeln gekocht. Greta überrascht mich ja in letzter Zeit häufiger – aber aktuell ist es wirklich enorm. Sie unternimmt so viel ganz allein. Heute das Tischdecken, sie will allein zur Toilette, sie schneidet jetzt hier Fleisch selbst, und sie geht einfach mal zum Schnacken zu den Nachbarn. Dazu zwei Dinge: Zum Fleisch meinte Greta, das ist eine andere Sorte als sonst und viel leckerer. Stimmt – es gab sonst immer Rumpsteak. Und zum Schnacken: Da musste ich sofort an Oma Grüni denken. Was war passiert? Die Nachbarn neben uns hatten HALLO gesagt, und ich meinte zu Greta, das seien Deutsche. Greta wollte das erst nicht glauben, aber ich meinte, das Hallo war typisch deutsch. Da drehte sich Greta um und meinte, sie gehe jetzt mal mit denen schnacken – und war dann für 20 Minuten unterwegs. Ganz allein.
Zurück zu Exmouth: Ich habe heute mal versucht, im Froth für Greta extra Gemüse zu bestellen – ohne Erfolg. Ich muss sagen, da hatte ich irgendwie mehr erwartet. Egal. Wir haben dann trotzdem eine Lösung für uns gefunden. Ich hatte Exmouth irgendwie kultiger erwartet. Hübscher. Stylischer. Ja, sie haben einen tollen Wasserspielplatz, und an jeder Ecke kann man eine Walhai-Tour buchen – aber das Drumherum ist mir zu wenig. Da fand ich Perth toller – und ich war sofort gefangen. Vielleicht haben wir auch einfach schon zu viele Strände und Meer gesehen. Was haben wir uns über die erste Muschel am ersten Strand gefreut – aber jetzt: „Papa, davon haben wir nun wirklich schon genug!“ – O-Ton Greta.
Und weil Dania sich gern in den Vordergrund stellt, werde ich den Beitrag heute auch hier beenden. Nachdem wir es nach drei Stunden vom Spielplatz zum Town Beach geschafft hatten, meinte Dania, sich auf dem Rückweg zum Camper einmal langzulegen – richtig schön rein in den Matsch. Ich war mit Greta zuvor auch schon fast ausgerutscht und rief nach hinten: „Vorsicht, rutschig!“ Keine zehn Sekunden später: PLATSCH! Dania im Matsch. Sie hat es aktuell nicht leicht…! Aber der Kopf ist noch dran, und den Matsch konnten wir auch raus- und abwaschen. Oma Grüni, keine Sorge – ich bringe sie in einem Stück, mit einem halben Backzahn weniger, wieder zurück.
PS: Ich muss sagen, wir haben mit dem Camper noch acht Tage – aber irgendwie bin ich jetzt schon traurig. Ich habe die Zeit hier wirklich lieben gelernt. Ich werde zwar nie ein Fan von Gruppenduschen oder dieser Mini-Küche, aber die gemeinsame Zeit ist ein Traum.
PPS: Wir haben mit der Walhai-Tour übrigens echt Glück gehabt. Als wir im Laden waren, bekam Dania ein Telefonat mit – die Tour für den nächsten Tag wurde abgesagt. Das Wetter sei zu schlecht. Und ja, der Folgetag war wirklich sehr verregnet.
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